Ein persönlicher Einblick in die Geschichte
Im Rahmen unseres Formats „Studium Generale“ durften wir einen besonderen Gast an unserer Schule begrüßen: Herr Charles Abelmann, ein Nachfahre der Familie Abelmann, deren Geschichte eng mit der Stadt Bad Homburg v.d.Höhe verbunden ist.
Sein Besuch stand in engem Zusammenhang mit der Verlegung von Stolpersteinen für Mitglieder der Familie Abelmann in Bad Homburg. Mehrere Lerngruppen und Oberstufenkurse unserer Schule hatten zuvor an der Verlegung teilgenommen und sich dabei mit dem Schicksal der Familie auseinandergesetzt. Der Besuch von Herrn Abelmann in der Schule am 7.9.2026, bot nun die Möglichkeit, diese Geschichte aus einer ganz persönlichen Perspektive kennenzulernen.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der von Herrn Abelmann selbst erstellter Film „Shifting Paths“ über die Geschichte seiner Familie. In aufwendiger Recherche hatte er sich mit der Vergangenheit seiner Vorfahren und des Unternehmens der „Chemisch-Pharmazeutischen AG“ in Bad Homburg beschäftigt und die einzelnen Lebensstationen des Unternehmensgründers Arthur Abelmann zusammengetragen. Der Film machte eindrucksvoll deutlich, dass hinter den historischen Zahlen und Begriffen einzelne Menschen und Familien mit ganz persönlichen Lebensgeschichten stehen.
Herr Charles Abelmann berichtete über das Leben seiner Vorfahren, ihre Verfolgung und Vertreibung während der nationalsozialistischen Herrschaft, ihre Flucht und ihr Weiterleben im Exil. Zugleich ging es um die schwierige Suche nach einer neuen Heimat und darum, wie die Geschichte der Familie über Generationen hinweg weitergetragen wurde.
Für die Schülerinnen war insbesondere die persönliche Verbindung des Gastes zur Familiengeschichte von großer Bedeutung. Geschichte wurde nicht nur anhand von Lehrbüchern oder historischen Dokumenten vermittelt, sondern durch die Erzählungen eines Menschen, der sich selbst intensiv mit der Geschichte seiner Familie auseinandergesetzt hat.
Der Besuch zeigte eindrücklich, wie wichtig die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus auch heute ist. Die Stolpersteine in Bad Homburg erinnern im öffentlichen Raum an die Menschen, deren Leben durch Verfolgung, Flucht und Vertreibung zerstört oder grundlegend verändert wurde. Der persönliche Austausch mit einem Nachfahren gab dieser Erinnerung ein Gesicht und machte Geschichte für die Schülerinnen unmittelbar erfahrbar.
Mit seinem Film und seinen persönlichen Einblicken leistete Herr Abelmann einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur an unserer Schule. Sein Besuch machte deutlich, dass Erinnern nicht nur bedeutet, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen, sondern auch Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen: Aus den Geschichten der Menschen zu lernen, ihre Erinnerung wachzuhalten und sich dafür einzusetzen, dass sich solche Verbrechen niemals wiederholen.

