Du betrachtest gerade ERASMUS-Austausch | Italienische Partnerschule in Bad Homburg

Dieser Austausch fand im Rahmen der Erasmus-AG „Green Generation“ statt, die von Frau Domazet und Frau Schulze-Winkmann betreut wird. Ziel der AG ist es, sich mit Themen rund um Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein und verantwortungsvolles Handeln im Alltag auseinanderzusetzen.

Am Samstag kamen die Italiener früh morgens bei uns am Bad Homburger Bahnhof an. Dort empfingen wir sie schon aufgeregt. Danach nahmen wir sie mit zu uns nach Hause, wo sie sich zunächst einrichten konnten. Das restliche Wochenende hatten wir Zeit, mit ihnen selbstständig etwas zu unternehmen, ihnen Bad Homburg und Frankfurt zu zeigen und uns gegenseitig kennenzulernen.

Am Montag ging es ins Senckenberg-Museum. Dort nahmen wir an einer spannenden Führung über Biodiversität teil und konnten anschließend selbstständig das Museum erkunden.

Während der Führung wurde uns eindrücklich gezeigt, wie stark der Mensch in die Lebensräume von Tieren eingreift. Am Beispiel von Affen wurde deutlich, dass deren Lebensräume durch den Anbau von Palmölplantagen immer weiter zerstört werden. Dabei wurde auch darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, beim Konsum auf nachhaltig produziertes Palmöl zu achten oder dieses möglichst zu vermeiden.

Ein weiterer Schwerpunkt war das Ökosystem der Meere. Am Beispiel der Wale lernten wir, wie wichtig Krill als Nahrungsquelle für sie ist. Gleichzeitig steht der Mensch in Konkurrenz zu den Walen, da Krill auch industriell genutzt wird, obwohl viele dieser Anwendungen nicht zwingend notwendig sind. Dies gefährdet das Gleichgewicht im Ökosystem erheblich.

Außerdem beschäftigten wir uns mit Korallenriffen und der Problematik der Korallenbleiche. Dabei wurde erklärt, dass steigende Wassertemperaturen dazu führen, dass die symbiotisch lebenden Algen die Korallen verlassen. Dadurch verlieren die Korallen ihre Farbe, werden weiß und sterben im schlimmsten Fall ab.

Am Dienstag gingen wir gemeinsam nach Frankfurt/Offenbach zu einer Biokompostieranlage. Dort erhielten wir eine etwa eineinhalbstündige Führung.

Uns wurde gezeigt, was mit Bioabfällen passiert und wie daraus wertvolle Produkte entstehen. Dabei wurde erklärt, warum es wichtig ist, Müll zu trennen und wie aus organischen Abfällen durch Zersetzungsprozesse Kompost entsteht. Außerdem erfuhren wir, wie bei diesem Prozess Biogase gebildet werden, die beispielsweise zur Energiegewinnung genutzt werden können.

Wir lernten auch, dass der hergestellte Kompost vor Ort zu einem kleinen Preis erworben und beispielsweise im Garten verwendet werden kann. So wird aus Abfall ein sinnvoller Rohstoff.

Der Geruch auf der Anlage war sehr intensiv und für einige Schülerinnen zunächst gewöhnungsbedürftig. Trotz der Kälte war die Führung jedoch sehr informativ und bot viele interessante Einblicke.

Zusätzlich wurde uns erklärt, dass bei der Kompostierung Mikroorganismen eine zentrale Rolle spielen, da sie die organischen Stoffe zersetzen. Dieser natürliche Prozess trägt dazu bei, Nährstoffe wieder in den Kreislauf zurückzuführen und somit die Umwelt zu entlasten.

Am Mittwoch trafen wir uns das erste Mal in der Maria-Ward-Schule. Nachdem die italienischen Schüler uns in einer Präsentation ihre eigene Schule sowie ihre Heimatstadt Florenz vorstellten, teilten wir uns in zwei Gruppen auf.

In den jeweiligen Gruppen beschäftigten wir uns mit dem Thema nachhaltiges Einkaufen und nachhaltiges Kochen. Dabei lernten wir unter anderem, wie wichtig es ist, regionale und saisonale Produkte zu verwenden, auf Verpackungen zu achten und Lebensmittel möglichst vollständig zu verwerten, auch über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus, sofern sie noch genießbar sind.

Im Anschluss gingen wir in die Schulküche, um gemeinsam Kartoffelpuffer zuzubereiten und das Gelernte praktisch umzusetzen. Der Schultag endete mit dem gemeinsamen Verzehr der zubereiteten Speisen. Es hat allen viel Spaß gemacht.

Den Donnerstag verbrachten wir gemeinsam in der Aula mit einem Dokumentarfilm.

Der Film „Shark Whisperer“ beschäftigte sich mit der Meeresbiologin Ocean Ramsey und ihrem Verhältnis zu Haien. Dabei wurde deutlich, dass Haie oft missverstanden werden, obwohl sie eine wichtige Rolle im Ökosystem der Ozeane spielen und dazu beitragen, das Gleichgewicht der Meere zu erhalten.

Außerdem zeigte der Film, wie sie dazu beigetragen hat, dass auf Hawaii Gesetze eingeführt wurden, die die Jagd auf Haie verbieten. Ziel ist es, diese Schutzmaßnahmen langfristig auch auf andere Regionen der Welt auszuweiten.

In einer anschließenden Arbeitsphase setzten wir das neu erworbene Wissen kreativ in Gruppen um. Dabei konnten verschiedene Formate gewählt werden, beispielsweise künstlerische Arbeiten im Kunstraum, ein Kahoot-Quiz oder das Gestalten von Postern und Werbeplakaten, die auf den Schutz der Meere aufmerksam machen sollten.

Freitag war der Abreisetag der italienischen Austauschschüler. Wir trafen uns morgens in der Schule, wo zunächst eine kurze Feedbackrunde zur gemeinsam verbrachten Zeit und zum Programm stattfand. Außerdem wurden die Teilnahmezertifikate ausgeteilt.

Anschließend gingen wir gemeinsam in das Café Eiding in Bad Homburg, wo wir noch einmal zusammen Zeit verbringen konnten. Danach begleiteten wir unsere Austauschpartner zum Bahnhof in Bad Homburg, um uns dort schweren Herzens zu verabschieden – jedoch mit der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen in Italien.

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