Du betrachtest gerade Ein Bild von einem Baum – Junge Kunst und Natur

Wenn Jugendliche einen Baum zeichnen oder fotografieren, geht es um mehr als um ein schönes Bild: Sie lernen, genauer hinzusehen.

Mit dem Pilotprojekt „Ein Bild von einem Baum. Junge Kunst und Natur“ verbinden das Arboretum / Staatliche Forstamt Königstein, die Hochschule für Gestaltung Offenbach (hfg) und die Maria-Ward-Schule in Bad Homburg Kunst, Naturkunde und kulturelle Umweltbildung.

Im Mittelpunkt stehen die Schülerinnen der Klasse 9c der Maria-Ward-Schule. Sie erkunden Bäume und Gehölze mit dem Blick von Künstlerinnen: Sie beobachten Formen, Strukturen und Besonderheiten und setzen ihre Eindrücke in Zeichnungen und Fotografien um.

Ein Baum wird zum persönlichen Motiv

Den Auftakt bildete am 10. September 2026 ein eintägiger Workshop im Garten der Werner-Reimers-Stiftung in Bad Homburg v. d. Höhe.

Nach einer gemeinsamen Kennenlernrunde erkundeten die Schülerinnen den Garten bei einem forstkundlichen Rundgang. Sie lernten verschiedene Baumarten kennen und erfuhren mehr über ihre Besonderheiten und Lebensräume. Anschließend suchte sich jede Schülerin einen Baum aus, der sie besonders ansprach.

Dann wechselte die Perspektive: Aus dem Naturbeobachten wurde künstlerisches Arbeiten. Die Dozenten der hfg gaben eine Einführung in Fragen von Perspektive, Ausschnitt, Haltung und künstlerischer Technik. Danach machten sich die Schülerinnen selbstständig an ihre persönlichen Baumporträts.

Begleitet wurden sie von den Dozenten der hfg, Fachleuten des Arboretums / Staatlichen Forstamts Königstein und Lehrkräften der Maria-Ward-Schule.

Aus dem Baum wird ein Porträt

Das Ziel des Projekts geht über die Gestaltung eines einzelnen Bildes hinaus. Zu jedem Kunstwerk soll eine kurze „Biografie“ des porträtierten Baumes entstehen – mit Informationen zu seiner Art und seinem Standort. Ergänzt wird sie durch Angaben zur jeweiligen jungen Künstlerin.

So entsteht eine Sammlung sehr persönlicher Begegnungen mit Bäumen. Jede Schülerin setzt andere Schwerpunkte, entdeckt andere Details und entwickelt ihren eigenen Blick.

Kunst wird dabei zum Mittel, Natur bewusster wahrzunehmen.

Wie geht es weiter?

Der Workshop war der Auftakt. In den kommenden Wochen werden die Schülerinnen ihre Arbeiten fertigstellen und weiterentwickeln. Dabei stehen ihnen weiterhin die Dozenten der hfg, die Fachleute des Arboretums und ihre Lehrkräfte zur Seite.

Anschließend sollen die entstandenen Zeichnungen und Fotografien öffentlich präsentiert werden. Denkbar sind eine Ausstellung, eine Präsentation auf den Homepages der beteiligten Institutionen oder weitere Formen der Veröffentlichung.

Damit soll das Projekt nicht nur die jungen Künstlerinnen selbst erreichen: Ihre Bilder und Geschichten können auch andere dazu anregen, beim nächsten Spaziergang einen Baum einmal mit anderen Augen zu betrachten.

Junge Kunst trifft gewachsene Natur

„Ein Bild von einem Baum. Junge Kunst und Natur“ ist zunächst als Pilotprojekt angelegt. Die positive Verbindung von künstlerischer Praxis, Naturerfahrung und Umweltbildung soll perspektivisch weitergeführt und auf weitere Jahrgänge und Schulen ausgeweitet werden.

Denn manchmal beginnt ein neuer Blick auf die Natur ganz einfach:
mit einem Baum – und einem Blatt Papier.

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