Unsere Abiturientinnen 2018

 

 

 

Die Maria Ward Schule – kleine Schule mit großer Power

 

Die großen Ferien sind schon in Sicht und sie bringen nicht nur die ersehnte Ruhe nach dem großen Klausurenstress, sondern sie bieten auch Zeit zum Nachdenken. Obligatorisch ist an der Maria Ward Schule der regelmäßige persönliche und fachliche Austausch zwischen Schülerinnen und Kollegium.

 

Emily und Emma-Lotte aus der Q2 sowie Celine, die frischgebackene Abiturientin, im Feedback-Gespräch mit Frau Fischer, die seit einem Jahr neu als Oberstufenleiterin an der Schule ist. Und die Bad Homburger Woche hat diesmal zugehört.

Emily, die bis zur E-Phase an einem anderen Gymnasium zur Schule ging, ist überglücklich und erleichtert. Sie mag lieber in kleineren Kursen sitzen und persönlich betreut werden. Dafür nimmt sie in Kauf, dass sie plötzlich gegen Vorurteile von außen angehen muss. Spöttische Fragen, ob sie anschließend Nonne werden wolle, wenn sie an einer katholischen Mädchenschule ihr Abitur ablegen wolle oder Ähnliches, belächelt sie aber bloß sanft. „Die Lehrer haben hier im Blick, welche Stärken und welche Schwächen ich habe und sie unterstützen und motivieren mich darin oder geben mir Tipps und weiteres Unterrichtsmaterial, damit ich mich verbessern kann. Das ist wichtiger als alles andere.

Außerdem habe ich anderes zu tun, als mir Gedanken zu machen, wo ich Jungs kennenlernen kann. Ich bin im Kader der Nationalmannschaft für Basketball und dass das hier an der kleinen Schule unterstützt wird, hat für mich absolut Priorität.“

Und Celine, die einen technischen Beruf anstrebt im Bereich Hörakustik, blickt auf ihre gerade zurückliegende Zeit an der Maria Ward zurück: „Ich fand, dass die Lehrer hier meine Arbeit mehr gesehen und dadurch auch mehr geschätzt haben. Das hat mich motiviert weiterzumachen und nicht locker zu lassen, auch wenn es mal nicht so rund lief und ich einen Hänger hatte. Als Schulsanitäterin der Schule wurde ich vor ein paar Jahren von Frau Willnat, meiner Lehrerin, die gleichzeitig auch die Sani-AG leitet, gefragt, ob ich mich nicht als Erste-Hilfe-Ausbilderin qualifizieren wolle. Und seitdem ich das gemacht habe, unterrichte ich selber Jugendliche, aber auch Erwachsene. Ich weiß nun, wie es für die Lehrer ist. Ich versuche, meine „Schüler“ nun auch mitzureißen und manchmal muss ich die Leute in meinen Kursen klar zurechtweisen, wenn sie nicht aufmerksam sind oder die Sache nicht ernst genug nehmen. Aber ich denke, all das bringt mich weiter und es macht mir großen Spaß.“

Emma-Lotte, die 2019 im Sommer ihr Abitur in der Tasche haben wird, will anschließend Wirtschaftspsychologie studieren und dann im Bereich Marketing arbeiten. Sie berichtet, dass ihr die persönliche Ansprache und das Familiäre der Schule ein Maß an Selbstvertrauen geben, dass ihr ermöglicht, in Ruhe und mit Gelassenheit der Ungewissheit einer beruflichen Zukunft entgegenzugehen, die viele Fragen aufwirft und nicht mehr die klaren Berufsbilder bereithält, mit der noch ihre Elterngeneration rechnen konnte.

Christine Fischer, die von einer koedukativen Schule an die Mädchenschule wechselte, stellte fest, dass auffällig und charakteristisch an der Schule der rücksichtsvolle Umgang miteinander ist und das nicht nur in der Oberstufe: „Hier traut sich jede den Mund aufzumachen und gibt es mal die eine oder andere umfangreichere Frage oder Wissenslücke bieten wir Crashkurse an oder bleiben im Mailkontakt mit unseren Schülerinnen – bei Bedarf und wenn’s brennt, auch über die Ferien.“ Noch immer, so stellt sie aber mit einiger Sorge fest, gäbe es ein Vorurteil gegenüber beruflichen Gymnasien in der breiten Öffentlichkeit. „Es wäre schön, wenn wir das endlich einmal aus der Welt schaffen könnten“, so Christine Fischer. „Der Wirtschaftsschwerpunkt an unserer Schule hat zur Folge, dass zwar ein Leistungskurs durch das Fach Wirtschaftslehre festgelegt ist. Dennoch ist die Abiturprüfung dieselbe wie an jeder anderen Oberstufe auch und damit hat man hier nach 13 Schuljahren auch die sogenannte allgemeine Hochschulreife erlangt, die einen dazu befähigt, alles zu studieren, wozu man sich im Anschluss berufen fühlt: von Medizin bis zu Jura oder einem künstlerisch-kreativen Fach.

Und dass Wirtschaft ein Spezialfach sei, trocken und langweilig, hält sie ebenso für eines dieser völlig überkommenen Gerüchte, die sich hartnäckig halten. „Wie unsere Wirtschaft funktioniert, ist eines der spannendsten und aktuellsten Themen überhaupt. Außerdem gelingt damit der Einstieg in ein BWL- Studium viel leichter.“  Aber jetzt heißt es für alle vier erst mal die großen Ferien und die wohlverdiente Ruhe vor dem ein oder anderen großen Sturm genießen, den das neue Schuljahr oder das erste Semester an der Uni naturgemäß so mit sich bringen wird.

 

 

Bad Homburg, 01.08.2018

Andrea Glückert

 

 

 

 

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